Was ist der halluzinogene mexikanische Drink? Cannabis-Wein erklärt

Was ist der halluzinogene mexikanische Drink? Cannabis-Wein erklärt
Ferdinand Meyer 14 Mai 2026 0 Kommentare

Die Frage nach dem "halluzinierenden mexikanischen Drink" taucht immer wieder auf, besonders wenn man über traditionelle Rituale oder die neue Welle legaler Cannabis-Getränke spricht. Oft wird dabei an mystische Elixire gedacht, doch die Realität liegt meist in einer Mischung aus kultureller Geschichte und moderner Chemie. Wenn du diesen Begriff hörst, denkst du wahrscheinlich an etwas Exotisches, aber oft geht es um Tejate, ein altes Getränk aus Oaxaca, das zwar keine klassischen Halluzinationen im Sinne von LSD auslöst, aber dennoch psychoaktive Eigenschaften besitzt. Oder es geht um den modernen Trend: Cannabis-Wein.

In diesem Artikel klären wir auf, was wirklich hinter diesen Getränken steckt. Wir schauen uns an, warum Tejate als historischer Vorläufer gilt, wie Cannabis-Wein funktioniert und worauf du achten musst, wenn du solche Drinks ausprobieren willst. Denn der Unterschied zwischen einem leichten High und einer unangenehmen Erfahrung ist oft nur eine Dosis.

Der Mythos des halluzinogenen Getränks

Viele Menschen suchen nach dem Namen eines spezifischen mexikanischen Drinks, der sie "high" macht. Die Antwort ist selten einfach. In der Popkultur wird Mexiko oft mit stark wirkenden Substanzen in Verbindung gebracht. Doch die meisten traditionellen Getränke sind entweder alkoholfrei oder haben eine sehr subtile Wirkung. Das bekannteste Beispiel ist Tejate.

Tejate stammt aus der Region Oaxaca und wird aus Maissirup, Kakao und den Samen der Pachamate-Pflanze hergestellt. Diese Pflanze enthält Verbindungen, die ähnlich wirken wie Koffein und können bei empfindlichen Personen leichte Schwindelgefühle oder eine veränderte Wahrnehmung auslösen. Es ist kein Halluzinogen im strengen Sinne, aber es hat einen Ruf als "trank der Götter", der seit prähistorischen Zeiten existiert. Für die meisten Touristen ist es jedoch eher ein süßer, exotischer Geschmack als ein Trip.

Wenn wir heute jedoch von "halluzinogenen Getränken" sprechen, meinen wir meist Produkte, die THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten. Hier kommt der Cannabis-Wein ins Spiel, der weltweit, auch in Teilen Lateinamerikas, an Popularität gewinnt.

Was ist Cannabis-Wein?

Cannabis-Wein ist genau das, was der Name sagt: Wein, der mit Cannabinoiden angereichert wurde. Im Gegensatz zu reinen Alkoholika wirkt hier nicht nur Ethanol auf dein Gehirn, sondern auch THC oder CBD. Das Ergebnis ist eine sogenannte "Entourage-Wirkung", bei der sich Alkohol und Cannabis gegenseitig beeinflussen.

Die Herstellung erfordert Geduld. THC ist fettlöslich, nicht wasser- oder alkohollöslich. Daher kann man Cannabisblüten nicht einfach in Rotwein einlegen und erwarten, dass sie sofort wirken. Stattdessen werden oft Extrakte verwendet, die mit Emulgatoren versetzt wurden, damit sie sich im Wein verteilen können. Einige Hersteller nutzen auch Decarboxylierung, einen Prozess, bei dem Roh-Cannabis erhitzt wird, damit das THCA in psychoaktives THC umgewandelt wird.

Warum kombinieren Leute diese beiden Substanzen? Weil viele berichten, dass der Wein die Intensität des Cannabis mäßigt, während das Cannabis die betäubende Wirkung des Alkohols abfedert. Man fühlt sich entspannter, ohne sofort "betrunken" zu sein. Allerdings ist diese Kombination riskant, wenn man die Dosierung nicht kennt.

Wirkung und Risiken von Cannabis-Drinks

Bevor du dir einen solchen Drink gönnst, musst du verstehen, wie deine Körper reagiert. Der Konsum von Cannabis über die Nahrung (oral) unterscheidet sich grundlegend vom Rauchen. Wenn du Cannabis trinkst, muss es durch deinen Magen-Darm-Trakt gehen und wird in der Leber verarbeitet. Dort wandelt sich das THC in 11-Hydroxy-THC um, eine Verbindung, die stärker und länger wirkt als normales THC.

Hier liegen die größten Fallstricke:

  • Verzögerte Wirkung: Ein Cocktail wirkt innerhalb von Minuten. Ein Cannabis-Drink braucht oft 30 bis 90 Minuten, um spürbar zu werden. Viele trinken deshalb nach 20 Minuten noch einmal, weil sie nichts fühlen - und erleben dann Stunden später einen sehr intensiven Zustand.
  • Alkoholverstärkung: Alkohol erhöht die Bioverfügbarkeit von THC. Das bedeutet, mehr THC gelangt in dein Blut. Ein Glas Cannabis-Wein kann sich anfühlen wie zwei Gläser normaler Wein plus eine mittlere Joint-Zigarette.
  • Übelkeit: Die Kombination aus Alkohol und Cannabis ist für einige Mägen schwer verdaubar. Schwindel und Übelkeit sind häufige Nebenwirkungen, besonders bei Neuankömmlingen.

Es ist wichtig, realistisch zu bleiben. "Halluzinationen" im Sinne von visuellen Trips sind bei moderaten THC-Dosen unwahrscheinlich. Was passiert, ist eher eine verstärkte Sinneswahrnehmung, Entspannung und manchmal Paranoia, besonders wenn man bereits unter Stress steht oder zu viel getrunken hat.

Nahaufnahme von Rotwein, der mit Cannabis-Extrakt vermischt wird

Rechtliche Lage in Deutschland und international

Du fragst vielleicht, ob du so etwas kaufen kannst. Seit dem 1. April 2024 gilt in Deutschland das Cannabisgesetz (CanG). Dieses Gesetz erlaubt Erwachsenen den Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis und den Anbau von bis zu drei Pflanzen. Der Kauf in sogenannten Cannabis-Social Clubs ist ebenfalls legal möglich.

Aber was ist mit Cannabis-Wein im Supermarkt oder Online-Shop? Hier wird es kompliziert. In der EU dürfen Lebensmittelprodukte maximal 0,2 % THC enthalten, oft sogar weniger, je nach Land. Viele kommerzielle Cannabis-Weine, die online angeboten werden, basieren daher auf CBD (Cannabidiol), das nicht psychoaktiv ist. Echte THC-Weine sind in Deutschland derzeit nicht als konventionelles Lebensmittel erhältlich, da THC als Betäubungsmittel eingestuft bleibt, auch wenn der Eigenanbau legal ist. Du kannst also selbst Extrakte herstellen und sie deinem Wein hinzufügen, aber du kannst keinen fertigen THC-Wein einfach so bestellen.

In anderen Ländern, wie Kanada oder einigen US-Bundesstaaten, ist der Markt dafür weit offen. Dort findest du etablierte Marken, die präzise dosierte Dosen pro Flasche angeben. In Europa hinkt die Regulierung hinterher, was zu einer Grauzone führt, in der viele Produkte nur CBD enthalten, obwohl sie als "Cannabis-Infusion" beworben werden.

Wie man sicher Cannabis-Getränke konsumiert

Wenn du dich entscheidest, Cannabis-Wein oder ähnliche Infusionen auszuprobieren, sei es zu Hause oder in einem legalen Club, gibt es Regeln, die du befolgen solltest, um negative Erfahrungen zu vermeiden.

  1. Starte niedrig: Beginne mit einer sehr kleinen Dosis, zum Beispiel 2,5 mg THC. Das klingt wenig, aber oral wirkt es deutlich stärker. Warte mindestens 60 Minuten, bevor du mehr nimmst.
  2. Mische nicht wild: Kombiniere nicht sofort mit anderen Medikamenten oder starken Drogen. Alkohol ist schon eine Herausforderung genug.
  3. Habe Snacks bereit: Niedriger Blutzucker verstärkt die negativen Effekte von Cannabis. Iss etwas Leichtes, bevor du trinkst.
  4. Wähle die richtige Umgebung: Da die Wirkung verzögert eintritt, stelle sicher, dass du dich an einem sicheren Ort befindest, wo du nicht fahren oder Maschinen bedienen musst.
  5. Kenntnis der Quelle: Wenn du selbst herstellst, kenne deine Pflanzen. Straßenware kann mit Pestiziden belastet sein oder einen höheren Gehalt an unerwünschten Cannabinoiden haben.

Ein Tipp von erfahrenen Nutzern: Vermeide es, Cannabis-Wein zu trinken, wenn du noch nie Cannabis probiert hast. Die Unvorhersehbarkeit der oralen Aufnahme kann für Anfänger überwältigend sein. Starte lieber mit Inhalation, um deine Toleranz kennenzulernen, bevor du zu Edibles oder Infusionen übergreifst.

Person wartet auf die verzögerte Wirkung eines Cannabis-Weins im Wohnzimmer

Alternativen zum klassischen Cannabis-Wein

Nicht jeder möchte seinen Wein mit Cannabis mischen. Es gibt andere Wege, die Grenzen der traditionellen Getrinkkultur zu erweitern, ohne in die illegale Grauzone zu rutschen oder gesundheitliche Risiken einzugehen.

Eine beliebte Alternative sind Adaptogene Cocktails. Diese verwenden Kräuter wie Ashwagandha oder Ginseng, die stressreduzierend wirken, ohne bewusstseinsverändernd zu sein. Sie bieten eine Art "funktionales High", bei dem man klar bleibt, aber entspannter ist.

Auch Kava-Kava gewinnt an Beliebtheit. Dieses pazifische Gewürz wird zu einem Tee oder Getränk verarbeitet und hat muskelrelaxierende und angstlösende Eigenschaften. Es ist legal in vielen Teilen Deutschlands, solange es nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, das psychotrop wirkt. Kava bietet eine soziale Lockerheit, die oft mit Alkohol verglichen wird, aber ohne die toxische Belastung für die Leber (bei maßvollem Konsum).

Für diejenigen, die am Geschmack von Cannabis interessiert sind, aber nicht die Wirkung wollen, gibt es CBD-Öle, die man leicht in jeden Wein mischen kann. CBD schmeckt erdig und herb, passt aber überraschend gut zu robusten Rotweinen. Es fördert das Wohlbefinden, ohne berauschend zu wirken.

Fazit: Informiert genießen

Der "halluzinogene mexikanische Drink" ist oft ein Mythos, der auf Tejate basiert, einem historischen Getränk mit subtilen Wirkungen. Heute dreht sich die Debatte eher um Cannabis-Wein, eine moderne Innovation, die sowohl Potenzial als auch Risiken birgt. Wichtig ist, dass du weißt, was du trinkst. Ob es nun um legale CBD-Infusionen in Deutschland oder experimentelle THC-Mischungen im Ausland geht: Respektiere die Stärke der Substanzen. Genieße die Kultur, bleibe aber sicher und informiere dich über die lokalen Gesetze. Schließlich soll das Trinken Spaß machen, nicht zu einem medizinischen Notfall führen.

Ist Tejate wirklich halluzinogen?

Nein, Tejate ist nicht stark halluzinogen. Es enthält Verbindungen aus der Pachamate-Pflanze, die bei empfindlichen Personen leichte Schwindelgefühle oder eine veränderte Stimmung auslösen können, aber keine intensiven visuellen oder auditiven Halluzinationen wie klassische Psychedelika.

Kann ich Cannabis-Wein in Deutschland kaufen?

Fertige Cannabis-Weine mit psychoaktivem THC sind in Deutschland nicht als reguläre Handelsware erhältlich, da THC weiterhin als Betäubungsmittel gilt. Du kannst jedoch CBD-Weine kaufen oder selbst Extrakte aus legal angebautem Cannabis herstellen und diese in Wein mischen.

Wie schnell wirkt Cannabis in Getränken?

Im Gegensatz zum Rauchen dauert die orale Aufnahme länger. Rechen mit einer Wartezeit von 30 bis 90 Minuten, bis die ersten Effekte spürbar werden. Die volle Wirkung kann bis zu zwei Stunden andauern.

Ist es gefährlich, Alkohol und Cannabis zu mischen?

Es kann riskant sein, da Alkohol die Aufnahme von THC im Blut beschleunigt und verstärkt. Dies kann zu einer unerwartet starken Berauschtung, Schwindel und Übelkeit führen. Fahren nach dem Konsum dieser Mischung ist absolut verboten und lebensgefährlich.

Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD in Getränken?

THC (Tetrahydrocannabinol) ist die psychoaktive Komponente, die für das "High" verantwortlich ist. CBD (Cannabidiol) ist nicht berauschend und wird oft wegen seiner entspannenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt, ohne die Wahrnehmung zu verändern.