Wer war der Erste, der sich berauscht hat? Die Geschichte von Cannabis und Bier

Wer war der Erste, der sich berauscht hat? Die Geschichte von Cannabis und Bier
Heidi Becker 25 Juli 2026 0 Kommentare

Die Frage nach dem ersten "High"-Moment

Hast du dich jemals gefragt, wer genau die erste Person war, die sich bewusst oder unbewusst mit Cannabis berauscht hat? Die kurze Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Es gibt kein historisches Dokument, das den Namen des allerersten Menschen aufzeichnet, der eine Cannabis-Pflanze rauchte, kochte oder trank und dabei ein euphorisches Gefühl verspürte. Doch wenn wir uns die Frage stellen, wer als Erster Cannabis Bier getrunken haben könnte - also ein Getränk, das sowohl Hopfen (eine Verwandte der Hanfpflanze) als auch THC enthält -, führt uns die Suche in die tiefsten Schichten der menschlichen Geschichte und der Botanik.

Diese Reise ist mehr als nur neugierig. Sie zeigt uns, wie eng die Beziehung zwischen Mensch und Pflanze wirklich ist. Bevor wir über moderne Craft-Biere mit extrahiertem THC sprechen, müssen wir verstehen, woher diese Idee kommt und ob der erste "Rausch" vielleicht gar nicht aus einer Zigarette kam, sondern aus einem Becher fermentierten Getreides.

Bier und Cannabis: Eine botanische Verbindung

Um zu verstehen, wer der erste Konsument sein könnte, müssen wir zuerst klären, was Cannabis Bier eigentlich ist. Heute denken wir an zwei separate Dinge: Bier, das aus Gerste, Wasser, Hefe und Hopfen gebraut wird, und Cannabis, die Pflanze, die für ihre psychoaktiven Eigenschaften bekannt ist. Aber schauen wir uns die Biologie an.

Hopfen (Humulus lupulus) gehört zur Familie der Cannabaceae. Das ist dieselbe Familie, der auch Hanf (Cannabis sativa) angehört. Vor Millionen von Jahren hatten diese Pflanzen gemeinsame Vorfahren. Während sich der Hopfen im Laufe der Evolution darauf spezialisiert hat, Bitterstoffe und Aromen für die Haltbarkeit und den Geschmack von Bier zu liefern, entwickelte die Cannabis-Pflanze Terpene und Cannabinoide wie THC (Tetrahydrocannabinol), um sich vor Fraßfeinden zu schützen.

Interessanterweise enthalten einige wilde Hopfensorten winzige Mengen an Cannabinoiden, obwohl sie nicht stark genug sind, um einen klassischen Rauschzustand zu erzeugen. Die Idee hinter Cannabis Bier beruht oft auf dieser historischen und biologischen Verknüpfung. Der erste Mensch, der sich durch ein solches Gemisch berauschte, war wahrscheinlich kein moderner Braumeister, sondern ein nomadischer Jäger-Sammler, der verschiedene Pflanzen experimentell verarbeitete.

Die archäologischen Hinweise: Wann begann es?

Archäologen haben Beweise gefunden, die darauf hindeuten, dass Cannabis bereits vor Tausenden von Jahren genutzt wurde. In China, genauer gesagt in der Provinz Qinghai, wurden Gräber aus der Zeit um 5000 v. Chr. entdeckt, in denen Asche von Cannabis-Ritualöfen gefunden wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Nutzung von Cannabis zu religiösen oder medizinischen Zwecken extrem alt ist.

  • China (ca. 5000 v. Chr.): Verwendung von Cannabis-Dampf in rituellen Kontexten.
  • Mesopotamien: Keilschrifttafeln beschreiben die Nutzung von Hanf für Seile, Kleidung und möglicherweise auch als Medizin.
  • Indien: Die vedischen Texte erwähnen Soma, ein heiliges Getränk. Viele Gelehrte vermuten, dass Soma entweder aus Cannabis, Pilzen oder Beeren hergestellt wurde. Wenn Soma tatsächlich Cannabis enthielt, dann waren die Priester der Antike die ersten, die regelmäßig "berauschte" Getränke konsumierten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der erste Mensch, der sich "high" fühlte, einfach nur Hunger hatte. Vielleicht kochte er Fleisch oder Getreide mit Fett, das versehentlich mit Harz von wild wachsenden Cannabis-Pflanzen kontaminiert war. Da THC fettlöslich ist, würde es beim Kochen in das Essen übergehen. Dieser Zufall könnte der Beginn der genutzten psychoaktiven Effekte gewesen sein.

Archäologische Ausgrabung antiker Cannabis-Ritualöfen in China

Warum gab es damals noch kein Cannabis Bier?

Obwohl Bier und Cannabis botanisch verwandt sind, gab es in der Antike wahrscheinlich kein echtes "Cannabis Bier" im heutigen Sinne. Bierbrauen erfordert Fermentation, bei der Zucker in Alkohol umgewandelt wird. THC ist jedoch nicht wasserlöslich und verflüchtigt sich leicht bei hohen Temperaturen. Wenn man Cannabis einfach ins Sudgut wirft, bleibt der Großteil des THC ungenutzt oder zerfällt.

Der erste Mensch, der ein Getränk trank, das sowohl alkoholische als auch cannabinoide Effekte hatte, musste daher eine spezielle Methode finden. In der modernen Braukunst wird THC oft erst am Ende des Brauprozesses hinzugefügt, häufig in Form von Öl oder Extrakten, die mit Milchprodukten oder Fetten emulgiert werden, damit sie vom Körper aufgenommen werden können.

In der Antike könnte dies durch das Mischen von Wein oder Bier mit Cannabis-Tinkturen erreicht worden sein. In Persien und Indien gab es Berichte über Tränke, die Hanfblüten enthielten. Diese frühen Mischungen waren die Vorläufer des heutigen Cannabis Bieres. Wer der erste war, der diesen Schritt wagte, bleibt unbekannt, aber es war sicherlich jemand, der bereit war, Risiken einzugehen - sei es aus Neugier, aus spirituellem Drang oder aus Verzweiflung.

Die Wiederentdeckung im 21. Jahrhundert

Nach Jahrtausenden, in denen Cannabis in vielen Teilen der Welt verboten oder stigmatisiert war, erlebt die Kombination aus Cannabis und alkoholischen Getränken gerade jetzt eine Renaissance. Besonders in Ländern wie Kanada, den USA und zunehmend in Europa entstehen Brauereien, die sich auf Cannabis-infused Beverages spezialisieren.

Warum jetzt? Zwei Gründe spielen hier eine große Rolle:

  1. Legalisierung: Mit der Legalisierung von Cannabis in vielen Regionen dürfen Unternehmen nun offen darüber forschen und Produkte herstellen.
  2. Technologie: Moderne Extraktionsmethoden ermöglichen es, präzise Dosen von THC und CBD in Getränke zu integrieren, ohne dass sie bitter schmecken oder schnell verdampfen.

Heute kaufen wir Cannabis Bier nicht mehr aus einer geheimen Höhle, sondern aus dem Regal eines Supermarktes. Die Verpackung sieht aus wie jedes andere Craft Beer, aber der Inhalt wirkt anders. Anstatt des schnellen Alkoholrauschs spürt man eine langsamere, körperlichere Entspannung, die typisch für oral eingenommenes Cannabis ist.

Vergleich: Traditionelles Bier vs. Cannabis Bier

Unterschiede zwischen klassischem Bier und Cannabis Bier
Merkmal Klassisches Bier Cannabis Bier
Aktive Substanz Alkohol (Ethanol) THC/CBD + manchmal Alkohol
Wirkungsbeginn Schnell (15-30 Minuten) Langsam (30-90 Minuten)
Dauer der Wirkung Kurz (einige Stunden) Länger (4-8 Stunden)
Geschmack Hopfenbitterkeit, Malz Oft milderes Profil, je nach Extraktion
Rechtlicher Status (D/EU) Allgemein erlaubt Meist nur CBD erlaubt; THC-Produkte eingeschränkt
Moderne Laborextraktion von THC für Cannabis-Getränke

Wie fand der erste Konsument heraus, dass es wirkt?

Stell dir vor, du lebst vor 6.000 Jahren. Du sammelst Pflanzen. Eines Tages merkst du, dass nach dem Essen von bestimmten Samen oder Blättern deine Stimmung besser wird oder Schmerzen nachlassen. Du wiederholst das Experiment. Es funktioniert wieder. Du teilst es mit deinem Stamm. So entstand das Wissen um die Wirkungen von Cannabis.

Beim Bier war es ähnlich. Ursprünglich war Bier eher ein nahrhaftes Brei-Getränk, das aus vergorenem Getreide bestand. Irgendwann merkten die Menschen, dass es sie entspannte und gesellig machte. Als dann Cannabis in den gleichen geografischen Regionen verfügbar war, lag der Schritt nah, beide zu kombinieren. Der erste Mensch, der dies tat, war ein Pionier der Biochemie, auch wenn er es so nie genannt hätte.

Mythen und Fakten rund um den ersten Rausch

Es gibt viele Legenden darüber, wer Cannabis entdeckte. Einige sagen, es war Buddha, der unter einem Baum meditierte und dabei Hanfblätter aß. Andere berichten von persischen Skythen, die Hanfblüten auf heiße Steine warfen und den Dampf einatmeten, um zu reinigen und zu feiern. Diese Geschichten sind zwar romantisch, aber historisch schwer zu belegen.

Tatsache ist: Die Entdeckung der psychoaktiven Eigenschaften von Cannabis war wahrscheinlich ein kollektiver Prozess über viele Generationen hinweg. Kein einzelner "Erfinder" kann benannt werden. Stattdessen war es ein kulturelles Lernen, das sich über Kontinente verbreitete.

Was bedeutet das für uns heute?

Wenn du heute ein Cannabis Bier kaufst, bist du Teil einer langen Tradition. Ob du nun nach einer alternativen Form der Entspannung suchst oder einfach neugierig auf neue Geschmacksrichtungen bist, du folgst dem Weg, den Nomaden, Priester und Heiler vor Tausenden von Jahren eingeschlagen haben.

Denke daran: Oral eingenommenes Cannabis wirkt anders als gerauchtes. Sei geduldig. Trink nicht sofort eine zweite Flasche, weil du nichts spürst. Der Effekt baut sich langsam auf. Und achte immer auf die Dosierung. Was für den ersten Konsumenten vor 5.000 Jahren ein magisches Erlebnis war, kann für dich heute ein intensives, aber kontrolliertes Erlebnis sein - wenn du respektvoll mit der Pflanze umgehst.

Wer war der erste Mensch, der Cannabis konsumierte?

Es gibt keinen dokumentierten Namen. Archäologische Funde in China deuten darauf hin, dass Cannabis bereits um 5000 v. Chr. ritualistisch genutzt wurde. Wahrscheinlich handelte es sich um Nomaden oder frühe Agrargesellschaften, die die Wirkung zufällig entdeckten.

Gibt es historisches Cannabis Bier?

Nicht im modernen Sinne. Allerdings gab es in Indien und Persien historische Tränke, die Hanf enthielten. Die botanische Verwandtschaft von Hopfen und Cannabis macht die Kombination logisch, aber die Technologie für stabile THC-Extrakte in Flüssigkeiten ist neu.

Warum wirkt Cannabis Bier langsamer als normales Bier?

Weil THC über den Verdauungstrakt aufgenommen wird. Im Gegensatz zu Alkohol, der schnell ins Blut gelangt, muss THC zuerst durch die Leber verarbeitet werden, wo es in das stärkere 11-Hydroxy-THC umgewandelt wird. Dieser Prozess dauert 30 bis 90 Minuten.

Ist Cannabis Bier in Deutschland legal?

Das hängt vom THC-Gehalt ab. Reine CBD-Produkte sind meist legal erhältlich. Produkte mit THC fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und sind für den Konsum oft nur in speziellen Läden oder unter bestimmten Bedingungen zugänglich, abhängig von der aktuellen Gesetzeslage (Stand 2026).

Sind Hopfen und Cannabis wirklich verwandt?

Ja, beide gehören zur Familie der Cannabaceae. Sie teilen gemeinsame Vorfahren und ähnliche chemische Strukturen in ihren Terpenen, was ihnen ähnliche aromatische Profile verleiht, obwohl ihre Hauptwirkstoffe unterschiedlich sind.