Schokoladenkristallisation schnell verstehen und vermeiden

Schon mal gesehen, wie Schokolade eine graue Schicht bekommt oder körnig wird? Das ist Schokoladenkristallisation – oft genannt "Bloom". Klingt schlimm, ist aber meistens nur ein Technik- oder Lagerfehler. Du kannst das Problem meist verhindern oder einfach reparieren. Hier erkläre ich kurz, worauf es ankommt und wie du es schnell fixst.

Ursachen und wie du Bloom erkennst

Es gibt zwei Arten von Bloom: Fett-Bloom und Zucker-Bloom. Fett-Bloom zeigt sich als matte, graue Oberfläche. Ursache ist, dass Kakaobutter kristallisiert oder sich neu verteilt, meist durch Temperaturschwankungen. Zucker-Bloom ist körnig und entsteht, wenn Feuchtigkeit auf der Schokolade Zucker löst und beim Trocknen wieder kristallisieren lässt.

Erkennst du Bloom daran, dass die Schokolade nicht glänzt oder beim Brechen krümelig wirkt. Riecht sie seltsam oder schmeckt muffig, wirf sie weg. Ansonsten ist Bloom eher ein optisches Problem – der Geschmack bleibt meist gut.

Praktische Tipps: Vermeiden und reparieren

Temperieren ist der beste Weg, um Fett-Bloom zu vermeiden. Für dunkle Schokolade gilt: schmelzen auf 45–50 °C, abkühlen auf 27–28 °C und wieder leicht anwärmen auf 31–32 °C. Für Milch- und weiße Schokolade sind die Temperaturen niedriger. Du kannst mit der klassischen Tabliermethode, der Saat-Methode (Seeding) oder vorsichtig in kurzen Intervallen in der Mikrowelle arbeiten. Mit einem einfachen Zucker- oder Küchenthermometer geht das zuverlässig.

Lagere Schokolade kühl (15–18 °C) und trocken, möglichst ohne starke Temperaturschwankungen. Vermeide Kühlschrank und direkte Sonneneinstrahlung. Feuchte Umgebung fördert Zucker-Bloom; verpack die Schokolade luftdicht.

Ist die Schokolade schon gebloomt, kannst du sie meist retten: Schmelze sie vollständig und temperiere sie neu. Das Glanzbild und die Textur werden so wiederhergestellt. Für Backwaren musst du sie nicht unbedingt temperieren: Gebloomte Schokolade eignet sich gut für Kuchenteig, Mousse oder Ganache, weil Aussehen dort selten wichtig ist.

Wenn du nur kleine Stücke reparieren willst, schneide die betroffenen Teile ab oder schmelze alles und nutze es als Glasur oder Überzug. Für Pralinen und Tafeln lohnt sich das richtige Temperieren, damit sie knackig und glänzend werden.

Kurz zusammengefasst: Bloom ist meistens kein Grund zur Sorge. Temperaturkontrolle beim Schmelzen und eine stabile Lagerung verhindern die meisten Probleme. Und wenn doch etwas schiefgeht: Schmelzen und neu temperieren bringt die Schokolade oft wieder in Form.

Magst du praktische Anleitungen? Probier mal die Saat-Methode: 2/3 der geschmolzenen Schokolade mit 1/3 fein gehackter, temperierter Schokolade mischen – Temperatur prüfen, fertig. So klappt Schokolade glänzend und knackig.

Die Folgen, wenn man Schokolade nicht temperiert: Ein umfassender Leitfaden
Jürgen Falk 8 Februar 2024 0 Kommentare

Das Temperieren von Schokolade ist eine wesentliche Technik in der Schokoladenherstellung, die oft übersehen wird. Diese Praxis ist entscheidend für die Textur, den Glanz und den Bruch der fertigen Schokoladenprodukte. In diesem Artikel werden die Konsequenzen aufgezeigt, die auftreten, wenn Schokolade nicht ordnungsgemäß temperiert wird, und warum es eine unverzichtbare Fähigkeit für jeden Chocolatier und Schokoladenliebhaber ist. Wir werden auch einige hilfreiche Tipps und Techniken bereitstellen, um die Kunst des Temperierens zu meistern.

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