Wermut (Artemisia absinthium) ist die Pflanze, die Absinth seinen bitteren Kern gibt. Ohne Wermut wäre das Getränk weder geschmacklich noch historisch das, was viele als „Grüne Fee" kennen. In der Praxis bringt Wermut Bitternoten, Kräuteraroma und die berühmte Verbindung zu Thujon mit sich.
Beim Brennen wird Wermut zusammen mit Fenchel, Süßholz und anderen Kräutern mazeriert oder mitdestilliert. Das Ergebnis ist ein komplexes Kräuterbouquet: Anis und Fenchel sorgen für Süße, Wermut für Bitterkeit und Tiefe. Technisch wichtig: Destillation reduziert die Menge an flüchtigen Stoffen wie Thujon gegenüber einer reinen Mazeration.
Thujon löst oft Diskussionen aus. In hohen Dosen kann es neuroaktive Effekte haben, aber moderne Absinthmarken enthalten meist sehr kleine Mengen. Historische Berichte über „halluzinierenden Absinth" stammen oft aus Zeiten schlechter Qualität, billiger Industriealkohole oder Verunreinigungen — nicht allein vom Wermut.
Absinth hat meist 45–75 % Alkohol. Das bedeutet: Die Wirkung kommt vor allem vom Alkohol. Verdünnung mit Wasser ist Standard. Viele empfehlen ein Verhältnis von 1:3 bis 1:5 (Absinth:Wasser). Probier zuerst ein kleines Glas und taste dich ran.
Beim Kauf auf transparente Angaben achten. Gute Hersteller geben Botanicals und manchmal Thujon-Grenzwerte an. Bevorzuge destillierte Absinthsorten statt billiger „Absinth-Alternativen“, die synthetische Aromen oder übermäßigen Zucker enthalten. Natürliches Grün entsteht durch Nachmazeration mit frischen Kräutern; stark künstliche Farben sind ein Warnsignal.
Wie bereitet man ihn richtig zu? Klassisch: einen Absinthlöffel mit einem Zuckerwürfel auf das Glas legen und langsam kaltes Wasser darüber tropfen lassen. Das sorgt für die typische Trübung (Louche) und mildert die Bitterkeit. Du kannst Zucker weglassen, wenn du bittere Noten magst.
Gibt es Risiken? Ja: Alkoholmissbrauch ist das größte Problem. Schwangere, Personen mit Leberproblemen oder bestimmte Medikamente sollten Absinth meiden. Auch DIY-Destillation ist riskant und in vielen Ländern illegal. Wer mit Wermut als Heilpflanze experimentiert, sollte sich vorher gut informieren.
Tipps für den Einstieg: Beginne mit einer milden, getesteten Marke, mische stark mit Wasser und probiere verschiedene Zubereitungsarten (ohne Zucker, mit Zucker, Eiswasser). Achte auf saubere Zutaten und seriöse Produzenten.
Wermut macht Absinth komplex und bitter — das ist gewollt. Wenn du auf Salz und Bitterkeit stehst, wirst du die Grüne Fee schätzen. Wenn nicht, such nach leichteren Kräutermischungen oder probier ein Glas stark verdünnt. So findest du schnell deinen Geschmack ohne Mythen und unnötige Risiken.
Als leidenschaftlicher Spirituosenblogger stelle ich mir oft die Frage, ob Wermut noch immer in Absinth vorhanden ist. In diesem Beitrag untersuchen wir die spannende Geschichte und die komplexen Inhaltsstoffe dieses mysteriösen Getränks. Wir klären auch auf, was die aktuellen Spirituosenrichtlinien über die Verwendung von Wermut in Absinth sagen. Letztendlich werde ich versuchen, diese brennende Frage ein für alle Mal zu beantworten.
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