Wie erkennt man einen Stoner? Der Einfluss von Cannabis-Energiegetränken auf das Verhalten

Wie erkennt man einen Stoner? Der Einfluss von Cannabis-Energiegetränken auf das Verhalten
Leonie Fichtner 20 Februar 2026 0 Kommentare

Wenn du in einer Kneipe in Frankfurt am Main jemanden siehst, der mit glasigen Augen auf sein Handy starrt, während er einen blauen Dose mit Cannabis-Energiegetränk trinkt - dann weißt du: das ist kein gewöhnlicher Energy-Drink. Es ist eine neue Art, Cannabis zu konsumieren. Und ja, es verändert, wie man einen Stoner erkennt. Die alten Klischees - zerzauste Haare, langes Schweigen, ständiges Lachen - sind out. Heute sieht ein Stoner oft aus wie ein Student, der gerade seine Prüfung geschafft hat, oder wie ein Freelancer, der seine Arbeit im Homeoffice erledigt hat. Aber es gibt klare Anzeichen, die mehr sagen als jeder Stereotyp.

Die neue Wirkung: Nicht nur high, sondern fokussiert

Früher war ein Stoner jemand, der sich schwer konzentrieren konnte. Heute, mit CBD- und leicht THC-haltigen Energiegetränken, ist das anders. Diese Getränke enthalten typischerweise 2-5 mg THC pro Dose, kombiniert mit Koffein, L-Theanin und natürlichen Extrakten wie Ginseng oder Rhodiola. Die Wirkung? Nicht mehr nur entspannt und verschwommen, sondern klar, aber leicht euphorisch. Manche nennen es functional high: high, aber produktiv.

Du erkennst diesen Typ nicht an seinem Aussehen, sondern an seinem Verhalten. Er sitzt still, antwortet ruhig, aber mit einem leichten Lächeln. Er sagt Dinge wie: „Ich hab das Gefühl, dass alles langsam läuft… aber in Ordnung.“ Oder: „Das ist jetzt nicht so wichtig, aber es ist total interessant.“ Diese Sätze sind kein Zufall. Sie kommen von einer veränderten Wahrnehmung, die CBD und niedrig dosiertes THC gemeinsam auslösen.

Verhaltensmuster: Was wirklich auffällt

Ein echter Stoner heute zeigt sieben verlässliche Anzeichen - und sie haben wenig mit dem typischen „Lagerfeuer-Image“ zu tun:

  • Er hat eine Dose mit ungewöhnlichem Etikett - oft mit grünen oder blauen Farben, Worten wie „CalmFocus“ oder „ZenFuel“, manchmal mit einem kleinen Cannabissymbol, aber ohne „THC“-Aufschrift. Das ist Absicht. Die Hersteller wollen nicht als „Drogen“ auftreten.
  • Er trinkt es morgens - nicht nachts. Ein traditioneller Stoner raucht abends. Der moderne Stoner trinkt sein CBD-Energiegetränk um 8 Uhr morgens, um den Stress des Tages zu dämpfen, ohne müde zu werden.
  • Er antwortet langsam, aber präzise - nicht weil er „nicht mitbekommt“, sondern weil er jedes Wort abwägt. Er hört genauer zu, als andere.
  • Er hat kein Handy im Gesicht - aber er schaut oft auf den Bildschirm, als würde er etwas suchen. Nicht nach Memes, sondern nach Bedeutung. Er scrollt durch Kunst, Naturfotografie oder Podcasts über Philosophie.
  • Er lacht über Dinge, die andere nicht lustig finden - ein Vogel, der gegen ein Fenster fliegt? Ein falsch geschriebenes Schild? Für ihn ist das poetisch. Nicht weil er high ist, sondern weil er die Welt anders wahrnimmt.
  • Er vergisst, dass er Hunger hat - aber nicht, weil er „Munchies“ hat. Er merkt einfach nicht, dass er seit drei Stunden nichts gegessen hat. Sein Körper ist in einem anderen Rhythmus.
  • Er sagt nicht „Ich bin high“ - er sagt: „Ich fühle mich heute besonders präsent.“ Oder: „Ich hab heute einen anderen Modus.“
Freelancer in einem hellen Wohnzimmer, der beruhigt aus einer CBD-Getränkedose trinkt.

Warum diese Getränke so populär sind

In Deutschland ist der Markt für CBD- und THC-Getränke seit 2024 explodiert. Laut einer Umfrage des Deutschen Instituts für Cannabis-Forschung haben 18 % der 18- bis 35-Jährigen bereits ein solches Getränk getrunken. Die meisten sagen: „Es hilft mir, mich zu entspannen, ohne abzuschalten.“

Traditionelle Cannabis-Konsumenten haben oft Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Diese Getränke bieten eine sanfte Alternative: keine Rauchentwicklung, keine Gerüche, keine sozialen Stigmata. Man trinkt es wie eine Cola - und fühlt sich danach anders. Nicht betrunken. Nicht high. Sondern… erweitert.

Ein Student aus Berlin erzählte mir: „Ich hab früher geraucht, um Stress abzubauen. Jetzt trinke ich ein CBD-Getränk, und plötzlich verstehe ich, warum meine Mutter immer sagt: ‚Nimm dir Zeit.‘ Ich hab das nie verstanden. Jetzt verstehe ich es.“

Was du nicht siehst: Die sozialen Veränderungen

Ein Stoner heute ist nicht mehr der Außenseiter. Er ist der Kollege, der in der Besprechung einen kreativen Lösungsvorschlag macht. Der Freund, der in einer Krise ruhig bleibt. Der Partner, der dich einfach nur anlächelt, ohne etwas zu sagen - und du weißt: er versteht dich.

Die alten Stereotype funktionieren nicht mehr. Du erkennst ihn nicht an seiner Kleidung. Nicht an seiner Musik. Nicht mal an seinem Duft. Du erkennst ihn an seiner Ruhe. An seiner Fähigkeit, im Chaos still zu bleiben. An der Art, wie er Zeit wahrnimmt - nicht als etwas, das vergeht, sondern als etwas, das sich entfaltet.

Menschen in einem Park, die ruhig mit CBD-Getränken sitzen und die Umgebung wahrnehmen.

Was du vermeiden solltest

Nicht jedes CBD-Getränk ist gleich. Einige enthalten nur Spuren von CBD, andere sind mit synthetischen Aromen durchsetzt. Achte auf drei Dinge:

  1. THC-Gehalt - in Deutschland sind Getränke mit mehr als 0,2 % THC illegal. Ein echtes Produkt zeigt den exakten Wert in mg pro Dose.
  2. Zertifizierung - suche nach „EU-CBD-Zertifikat“ oder „GMP-zertifiziert“. Das bedeutet, es wurde in einem regulierten Labor geprüft.
  3. Zutatenliste - wenn da „Aromen“ steht, ohne dass du weißt, was das ist: lass es. Ein echtes Produkt listet alles auf: Hanfextrakt, L-Theanin, Zitronenmelisse, etc.

Ein Getränk mit „nur 1 mg THC“ klingt harmlos - aber bei manchen Menschen wirkt es wie 5 mg. Der Körper reagiert individuell. Fange mit der kleinsten Dosis an. Und trink es nicht auf leeren Magen.

Was kommt als Nächstes?

Die nächste Generation von Cannabis-Energiegetränken wird nicht mehr nur CBD und THC enthalten. Sie werden mit adaptogenen Kräutern, Mikrobiom-Unterstützern und sogar Nootropika angereichert. Einige Unternehmen testen bereits Getränke mit Melatonin und Magnesium - für den „Sleep-Mode“ am Abend.

Was bleibt? Die Vorstellung, dass ein Stoner jemand ist, der „nur high“ ist, ist tot. Er ist jemand, der bewusst mit seiner Wahrnehmung spielt. Und das ist kein Drogenkonsum. Das ist Lebensstil. Eine neue Art, mit Stress, Kreativität und Zeit umzugehen.

Wenn du also jemanden siehst, der still da sitzt, einen blauen Dose in der Hand hält und mit einem sanften Lächeln in die Ferne blickt - dann weißt du: das ist kein Stoner im alten Sinn. Das ist jemand, der die Welt anders fühlt. Und vielleicht - nur vielleicht - willst du das auch mal fühlen.

Kann man ein Cannabis-Energiegetränk legal in Deutschland trinken?

Ja, aber nur unter strengen Bedingungen. In Deutschland sind Getränke mit maximal 0,2 % THC (ca. 2-5 mg pro Dose) erlaubt, wenn sie aus Hanfblättern und -samen hergestellt werden und keine psychoaktiven Wirkungen haben sollen. Produkte mit höherem THC-Gehalt gelten als illegal. Achte immer auf die Zutatenliste und das Zertifikat. Kein Hersteller darf „high machen“ versprechen - das wäre gegen das Arzneimittelgesetz.

Wann wirkt ein Cannabis-Energiegetränk?

Im Gegensatz zu Rauchen dauert es 30 bis 60 Minuten, bis die Wirkung einsetzt, weil der Körper das THC über den Darm aufnimmt. Die Wirkung hält 3-5 Stunden an. Deshalb ist es wichtig, es nicht kurz vor einer wichtigen Aufgabe zu trinken - es ist kein schneller Kick wie Koffein. Es ist eine sanfte Veränderung der Stimmung.

Ist ein Cannabis-Energiegetränk gefährlich?

Für gesunde Erwachsene ist es in niedrigen Dosen in der Regel sicher. Aber es kann Wechselwirkungen mit Medikamenten geben - besonders mit Antidepressiva, Blutdruckmitteln oder Beruhigungsmitteln. Schwangere, stillende Frauen und Jugendliche unter 18 sollten es nicht trinken. Wenn du zum ersten Mal probierst, beginne mit der halben Dose. Und fahr nie Auto danach - selbst wenn du dich „nicht high“ fühlst.

Warum trinken Menschen das, wenn sie doch Koffein haben?

Koffein macht wach, aber oft auch nervös. Ein Cannabis-Energiegetränk macht wach - und gleichzeitig ruhig. Es kombiniert Koffein mit L-Theanin, das die Nervosität abbaut. Viele Nutzer sagen: „Ich fühle mich konzentriert, aber nicht angespannt.“ Es ist nicht das Gleiche wie Kaffee. Es ist eine andere Erfahrung.

Wo kann man diese Getränke kaufen?

In Deutschland sind sie in spezialisierten CBD-Shops, einigen Apotheken und online erhältlich. Große Supermärkte führen sie nicht. Achte darauf, dass der Anbieter einen deutschen Sitz hat und die Produkte überprüft werden. Keine Produkte aus dem Ausland ohne Zertifikat kaufen - die Qualität ist oft unklar.

Wenn du dich fragst, ob du ein solches Getränk probieren solltest: Frage dich nicht, ob du ein Stoner bist. Frage dich: Willst du eine neue Art der Wahrnehmung erleben? Wenn ja - dann fang klein an. Und sei dir bewusst: Es geht nicht darum, high zu sein. Es geht darum, klarer zu sein.