Wenn du THCP genutzt hast - sei es als Öl, Kapsel oder in einer Rauchmischung - fragst du dich wahrscheinlich: Wird THCP in einem Drogentest nachgewiesen? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt von deinem Körper, der Art des Tests und der Sensitivität des Labors ab. Aber hier ist, was du wirklich wissen musst, ohne Marketing-Fluff.
Was ist THCP überhaupt?
THCP, kurz für Tetrahydrocannabiphorol, ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das 2019 in Italien entdeckt wurde. Es ist eine Verwandte von THC, aber mit einer längeren Seitenkette - sieben statt fünf Kohlenstoffatome. Das macht es bis zu 30-mal stärker an den CB1-Rezeptoren im Gehirn binden als normales Delta-9-THC. Du fühlst nicht nur höher, du fühlst viel höher. Und das ist genau der Grund, warum sich Menschen Sorgen machen, wenn sie einen Drogentest machen müssen.
Wie funktionieren Drogentests bei Cannabis?
Die meisten Standard-Drogentests - ob Urin, Blut, Speichel oder Haar - suchen nicht nach THC selbst, sondern nach seinem Hauptmetaboliten: 11-Nor-9-carboxy-THC, auch bekannt als THC-COOH. Das ist eine Abbauprodukt, das dein Körper bildet, nachdem du THC konsumiert hast. Es bleibt länger im Körper als THC selbst - bis zu 30 Tage bei regelmäßigem Konsum.
THCP wird im Körper ähnlich abgebaut wie THC. Es wird in die gleichen Metaboliten umgewandelt - einschließlich THC-COOH. Das bedeutet: Ein Test, der nach THC-COOH sucht, kann nicht zwischen dem THC-COOH von THC und dem von THCP unterscheiden. Es sieht für den Test gleich aus.
Warum das wichtig ist
Stell dir vor, du nimmst eine kleine Dosis THCP - vielleicht nur 5 mg - und danach wirst du auf Drogen getestet. Der Test findet THC-COOH. Der Laborant sieht einen positiven Wert. Er weiß nicht, ob du THC, THCP oder eine Mischung aus beiden genommen hast. Er sagt nur: „Positiv auf Cannabis.“
Diese Unfähigkeit, zwischen Cannabinoiden zu unterscheiden, ist kein Fehler - das ist Standard. Die meisten Tests wurden entwickelt, um den Konsum von Marihuana oder synthetischem THC zu erkennen. Sie sind nicht darauf ausgelegt, die neuesten Cannabinoide wie THCP, HHC oder CBD zu differenzieren. Selbst wenn du nur THCP genommen hast, wirst du als „Cannabis-Konsument“ markiert.
Was ist mit HHC-P?
HHC-P (Hexahydrocannabinol-Propyl) ist ein weiteres synthetisches Cannabinoid, das ähnlich stark wie THCP wirkt. Auch HHC-P wird im Körper in Metaboliten umgewandelt, die mit denen von THC identisch sind. Es gibt keine getrennten Tests für HHC-P oder THCP - sie landen alle im gleichen Pool von Abbauprodukten. Wenn du HHC-P oder THCP nimmst, riskierst du denselben positiven Test wie mit herkömmlichem Marihuana.
Einige Anbieter behaupten, ihre Produkte seien „test-sicher“. Das ist irreführend. Solange der Test auf THC-COOH prüft, gibt es keine Sicherheit. Es ist wie zu sagen: „Mein Auto hat keine Bremsen, aber es fährt doch.“ Es mag funktionieren - bis du sie brauchst.
Wie lange bleibt THCP im Körper?
Es gibt keine großen Studien zu THCP-Abbauzeiten - weil es zu neu ist. Aber wir können von THC ausgehen. Bei einmaligem Konsum kann THC-COOH bis zu 3-7 Tage im Urin nachweisbar sein. Bei regelmäßiger Nutzung - mehr als 3-4 Mal pro Woche - kann es bis zu 30 Tage oder länger nachweisbar sein.
THCP wird wahrscheinlich ähnlich lang im Körper bleiben, vielleicht sogar länger, weil es fettlöslicher ist und stärker an Fettgewebe bindet. Dein Körper speichert es wie ein Reservoir - und gibt es langsam wieder ab. Wenn du also vor einem Test noch ein paar Tage warten willst, reicht das nicht, wenn du regelmäßig konsumierst.
Welche Tests sind am wahrscheinlichsten, THCP zu erkennen?
Die meisten Arbeitgeber, Polizei oder Gerichte nutzen standardisierte Urin-Tests. Diese sind billig, schnell und zuverlässig - aber sie erkennen nur THC-COOH. Sie sehen nicht, ob es von THC, THCP, HHC oder sogar CBD stammt (wenn es mit THC verunreinigt ist).
Bluttests sind seltener, aber sie suchen nach aktiven Substanzen. Hier könnte man theoretisch THCP nachweisen - aber nur, wenn der Test speziell danach programmiert ist. Die meisten Bluttests im Straßenverkehr oder bei Arbeitsplätzen prüfen nicht auf THCP. Sie prüfen auf THC. Und das ist der entscheidende Punkt.
Haar-Tests sind noch weniger spezifisch. Sie zeigen nur, ob du in den letzten 90 Tagen Cannabis konsumiert hast - nicht welches Cannabinoid. Auch hier: THCP = positiv.
Kann man THCP von THC unterscheiden?
Technisch ja - aber nur in spezialisierten Laboren mit Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) und spezifischen Methoden. Solche Tests kosten Hunderte von Euro und werden nur in Strafverfahren oder Forschung eingesetzt. Ein Arbeitgeber, eine Polizeistation oder ein Sportverband wird das nicht tun. Sie nutzen Standardtests. Und die sagen: „Positiv.“ Punkt.
Wenn du vor Gericht bist und behauptest, du hast nur THCP genommen, wird das Gericht nicht glauben, dass du dich von einem THC-Konsumenten unterscheidest. Die Gesetze behandeln alle psychoaktiven Cannabinoide gleich - und die Tests tun das auch.
Was kannst du tun, wenn du THCP genommen hast?
Wenn du weißt, dass ein Test bevorsteht - und du THCP oder HHC-P konsumiert hast - gibt es nur zwei echte Optionen:
- Warte. Je länger du abstinent bleibst, desto mehr wird der Metabolit abgebaut. Bei einmaligem Konsum: 7-14 Tage. Bei regelmäßigem Konsum: mindestens 4-6 Wochen. Kein Detox-Getränk, kein Zitronensaft, kein Cranberry-Saft hilft wirklich - nur Zeit.
- Vermeide den Test. Wenn es um einen Arbeitsplatz, eine Lizenz oder eine Strafverfolgung geht, ist der einzige sichere Weg, keinen THCP zu konsumieren, wenn du weißt, dass du getestet wirst.
Andere Methoden - wie „Detox“-Shampoos, Urin-Substitution oder Nahrungsergänzungsmittel - funktionieren nicht zuverlässig. Sie sind riskant, teuer und oft illegal. Wenn du erwischt wirst, wird es schlimmer als ein positiver Test.
Was ist mit CBD?
CBD ist nicht psychoaktiv und wird normalerweise nicht in Standardtests gesucht. Aber: Viele CBD-Produkte enthalten Spuren von THC - bis zu 0,3 % in Deutschland. Und THCP-Produkte werden oft mit CBD oder HHC vermischt, um den Effekt abzumildern. Wenn du also ein „CBD-Öl mit THCP“ kaufst, bekommst du eine Mischung. Und die kann dich positiv testen.
Es gibt keine Garantie, dass ein Produkt „rein“ ist. Selbst wenn es auf der Packung steht, ist es nicht kontrolliert. In Deutschland ist THCP nicht legal - und viele Produkte werden ohne Prüfung verkauft. Du weißt nicht, was du wirklich nimmst.
Die Wahrheit
THCP wird in fast jedem Standard-Drogentest positiv angezeigt - nicht weil der Test THCP sucht, sondern weil es den gleichen Abbaupfad wie THC nutzt. Es ist kein Trick, kein Loophole, kein Workaround. Es ist Chemie. Und Chemie kennt keine Ausnahmen.
Wenn du THCP oder HHC-P nimmst, nimmst du das Risiko eines positiven Drogentests bewusst in Kauf. Es ist kein „legaler“ Weg, um THC zu umgehen. Es ist ein neuer Weg, um die gleichen Konsequenzen zu bekommen.
Was ist mit der Legalität?
In Deutschland ist THCP nicht genehmigt und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Es ist nicht als Nahrungsergänzung oder Kosmetik erlaubt. Der Verkauf ist illegal - und der Konsum kann strafrechtliche Folgen haben, besonders wenn du bei einer Kontrolle positiv getestet wirst.
Die Polizei in Leipzig und anderen Städten hat in den letzten zwei Jahren mehrere Fälle von THCP- und HHC-P-Konsum bei Fahrten unter Einfluss verzeichnet. Die Ergebnisse: Fahrverbote, Geldstrafen, manchmal sogar Haft. Die Tests haben es erkannt. Die Gerichte haben es bestätigt.
Was ist die beste Strategie?
Wenn du keinen positiven Test riskieren willst: Vermeide THCP, HHC-P und alle anderen synthetischen Cannabinoide. Sie sind nicht sicher, nicht kontrolliert, nicht legal - und sie werden in jedem Standardtest als Cannabis erkannt.
Wenn du medizinisch Cannabis brauchst: Sprich mit einem Arzt. In Deutschland gibt es legalisierte Cannabispflanzen und verschreibungspflichtige Präparate. Die sind kontrolliert. Die Tests wissen, dass du sie nimmst. Und sie werden nicht als „Missbrauch“ gewertet.
Wenn du einfach nur entspannen willst: CBD mit weniger als 0,2 % THC ist legal und wird in der Regel nicht nachgewiesen - vorausgesetzt, es ist echt und nicht verunreinigt. Aber THCP? Nein. Das ist kein entspannendes Produkt. Das ist ein Risiko mit Namen.