Depression ist keine Phase, die man einfach „wegdenkt“. Tausende Menschen in Deutschland kämpfen täglich mit Erschöpfung, Antriebslosigkeit und einem Gefühl der Leere - und suchen nach natürlichen Wegen, die ihnen helfen, wieder Luft zu bekommen. Unter den vielen alternativen Ansätzen tauchen immer öfter CBD und CBG auf. Beide sind Cannabinoide aus der Hanfpflanze, aber sie wirken ganz unterschiedlich. Die Frage ist nicht, ob sie helfen - die Frage ist: CBD oder CBG - welches ist besser für Depressionen?
Was ist CBD und wie wirkt es bei Stimmungsschwankungen?
CBD, oder Cannabidiol, ist das am besten erforschte Cannabinoid neben THC. Es ist nicht psychoaktiv, also macht es nicht high, aber es greift direkt in das Endocannabinoid-System des Körpers ein. Dieses System reguliert Stimmung, Schlaf, Schmerz und Stressreaktionen. Bei Depressionen ist oft das Endocannabinoid-System überlastet oder unausgeglichen. CBD kann hier helfen, indem es die Wiederaufnahme von Serotonin beeinflusst - das gleiche Neurotransmitter-System, das auch bei Antidepressiva wie SSRIs angesprochen wird.
Studien aus dem Jahr 2023, die in der Zeitschrift Neurotherapeutics veröffentlicht wurden, zeigten, dass CBD bei Menschen mit generalisierter Angststörung und depressiven Symptomen innerhalb von vier Wochen eine messbare Verbesserung der Stimmung und des Schlafes bewirkte. Die Teilnehmer berichteten weniger Grübeln, mehr Energie und eine bessere Fähigkeit, Alltagssituationen zu bewältigen. CBD wirkt nicht wie ein schneller „Stimmungskick“, sondern eher wie eine sanfte Stabilisierung - es beruhigt das Nervensystem, ohne zu sedieren.
Was ist CBG und warum wird es jetzt populär?
CBG, Cannabigerol, wird oft als „Mutter-Cannabinoid“ bezeichnet, weil es die Vorstufe von CBD, THC und anderen Cannabinoiden ist. In jungen Hanfpflanzen ist CBG reichlich vorhanden, aber mit der Reife wandelt sich der Großteil davon in andere Cannabinoide um. Deshalb ist CBG teurer und schwerer zu gewinnen - und deshalb auch weniger bekannt.
Aber das ändert sich. Neuere Forschung, etwa aus der Universität von Calgary (2024), zeigt, dass CBG eine starke Wirkung auf die Serotonin-1A-Rezeptoren hat - dieselben Rezeptoren, die von den meisten Antidepressiva angesprochen werden. In Tierversuchen reduzierte CBG das Verhalten, das mit Depression und Angst assoziiert ist, sogar stärker als CBD. Das ist besonders interessant, weil CBG außerdem entzündungshemmend wirkt. Wissenschaftler vermuten mittlerweile, dass chronische Entzündungen im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielen.
CBG scheint also nicht nur die Stimmung zu beeinflussen, sondern auch die zugrunde liegende biologische Ursache anzugehen: Entzündungen und oxidativen Stress. Das macht es zu einem vielversprechenden Kandidaten - besonders für Menschen, die schon lange mit Depressionen kämpfen und keine Besserung durch herkömmliche Mittel erfahren haben.
CBD vs CBG: Direkter Vergleich bei depressiven Symptomen
Beide Substanzen helfen - aber auf unterschiedliche Weise. Hier ist ein klarer Überblick:
| Merkmale | CBD | CBG |
|---|---|---|
| Hauptwirkung | Beruhigung, Stressabbau, Schlafverbesserung | Stimmungshebung, entzündungshemmend, neuroprotektiv |
| Wirkung auf Serotonin | Moderat - beeinflusst Wiederaufnahme | Stark - aktiviert Serotonin-1A-Rezeptoren |
| Wirkung auf Entzündungen | Leicht bis moderat | Signifikant stärker |
| Zeit bis zur Wirkung | 30-90 Minuten (oral) | 45-120 Minuten (oral) |
| Verfügbarkeit | Hoch - viele Produkte | Niedrig - begrenzte Auswahl |
| Preis pro mg | 0,02-0,05 € | 0,10-0,25 € |
CBD ist die sicherere Wahl, wenn du erstmal testen willst - es ist leichter zu finden, günstiger und hat eine lange Sicherheitsbilanz. CBG ist der stärkere, aber auch teurere Kandidat, besonders wenn du eine tiefergehende Wirkung suchst - etwa, wenn deine Depression mit chronischer Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder körperlichen Beschwerden einhergeht.
Wann ist CBD die bessere Wahl?
CBD ist ideal, wenn du vor allem unter Schlafstörungen, Angstzuständen oder einem ständigen Gefühl der Überforderung leidest. Viele Menschen mit Depressionen schlafen schlecht - und schlechter Schlaf verschlimmert die Symptome. CBD hilft, das Nervensystem zu beruhigen, ohne dich am nächsten Tag benommen zu machen. Es ist auch die bessere Wahl, wenn du bereits Medikamente einnimmst: CBD hat weniger Wechselwirkungen als CBG, besonders mit Antidepressiva wie SSRIs.
Ein Patient aus München, der seit drei Jahren mit leichter Depression kämpft, berichtete: „Ich nehme 25 mg CBD täglich vor dem Schlafengehen. Innerhalb von zwei Wochen hat sich mein Schlaf verbessert - und mit ihm auch meine Stimmung. Ich fühle mich nicht euphorisch, aber ich fühle mich wieder wie ich selbst.“
Wann sollte man CBG ausprobieren?
CBG ist die bessere Wahl, wenn du dich „leer“ oder „abgekoppelt“ fühlst - wenn du dich nicht mehr freuen kannst, dich nicht mehr motivieren kannst, und wenn du körperlich erschöpft bist, obwohl du ausgeschlafen hast. Diese Symptome passen oft zu einer entzündlichen Form der Depression, die oft übersehen wird.
CBG wirkt neuroprotektiv - das heißt, es schützt Nervenzellen. Das ist besonders wichtig, wenn du schon lange unter Depressionen leidest. Studien zeigen, dass langfristige Depressionen mit einem Rückgang der Gehirnmasse in bestimmten Bereichen einhergehen. CBG könnte hier helfen, diesen Prozess zu verlangsamen.
Ein weiterer Vorteil: CBG wirkt anregend, nicht sedierend. Wenn du unter „träge“ Depressionen leidest - also nicht nur traurig, sondern auch apathisch und energielos - kann CBG dir helfen, wieder mehr Bewegung und Motivation zu finden, ohne dich zu überreizen.
Kann man CBD und CBG zusammennehmen?
Ja - und viele Experten empfehlen das sogar. Die sogenannte „Entourage-Wirkung“ besagt, dass Cannabinoide zusammen stärker wirken als einzeln. Ein Produkt mit einem Verhältnis von 1:1 CBD zu CBG kann sowohl die beruhigende als auch die stimmungshebende Wirkung kombinieren. Es gibt bereits einige Premium-Öle auf dem Markt, die genau dieses Verhältnis anbieten - oft mit einem Hauch von Terpenen wie Linalool oder Beta-Caryophyllen, die die Wirkung noch unterstützen.
Wenn du das ausprobierst: Beginne mit niedrigen Dosen - etwa 5 mg CBD und 5 mg CBG pro Tag - und erhöhe langsam. Beobachte, wie du dich fühlst. Manche Menschen spüren die Wirkung von CBG erst nach zwei bis drei Wochen. Geduld ist hier wichtig.
Was du sonst noch wissen solltest
Kein Cannabinoid ersetzt eine Therapie. CBD und CBG können unterstützend wirken - aber sie heilen keine Depression. Wenn du schwerwiegende Symptome hast - Selbstzweifel, Suizidgedanken, völlige Antriebslosigkeit - suche professionelle Hilfe. Medikamente, Psychotherapie und Lebensstiländerungen sind die Grundpfeiler der Behandlung.
Achte auch auf die Qualität der Produkte. Viele CBD-Öle enthalten kaum CBD, oder sie sind mit Schwermetallen oder Pestiziden kontaminiert. Kaufe nur Produkte mit einem dritten-Partei-Test (COA - Certificate of Analysis). Lies die Zutatenliste: Keine künstlichen Aromen, keine Lösungsmittel wie Propylenglykol. Ein gutes Öl hat nur Hanföl, Cannabinoide und vielleicht natürliche Terpene.
CBG ist noch neu - deshalb gibt es weniger Studien. Aber die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Wenn du bereit bist, etwas auszuprobieren, das noch nicht in jedem Supermarkt steht, dann könnte CBG deine beste Option sein.
Was ist mit CBG-Cosmetica?
Die Frage erwähnt CBG-Cosmetica - also Kosmetik mit CBG. Das ist eine völlig andere Anwendung. CBG in Cremes oder Serums wirkt entzündungshemmend auf der Haut - ideal bei Akne, Neurodermitis oder empfindlicher Haut. Aber es dringt nicht tief genug in den Körper ein, um das Gehirn oder das Nervensystem zu beeinflussen. Für Depressionen brauchst du eine orale Einnahme - Öl, Kapseln oder Tropfen. Kosmetik hilft hier nicht.
Ist CBG legal in Deutschland?
Ja, CBG ist in Deutschland legal, solange es aus Hanf mit weniger als 0,2 % THC gewonnen wird und nicht als Rauschmittel vermarktet wird. Es ist ein zugelassener Nahrungsergänzungstoff, aber nicht als Medikament. Du kannst es legal kaufen, ohne Rezept.
Wie lange dauert es, bis CBD oder CBG wirken?
Bei oraler Einnahme (Öl unter die Zunge) spürst du die ersten Effekte nach 30-90 Minuten. Die volle Wirkung entfaltet sich aber erst nach 2-4 Wochen regelmäßiger Einnahme. Du musst geduldig sein - es ist kein schneller „High“, sondern eine langfristige Regulation.
Kann ich CBD oder CBG mit meinen Antidepressiva kombinieren?
CBD kann die Wirkung von SSRIs leicht beeinflussen, da es bestimmte Leberenzyme hemmt. CBG wirkt hier weniger stark. Trotzdem: Sprich mit deinem Arzt, bevor du sie kombinierst. Du solltest deine Medikamente nicht einfach absetzen oder verändern.
Gibt es Nebenwirkungen von CBG?
CBG ist gut verträglich. In Studien wurden nur leichte Nebenwirkungen wie trockener Mund, leichte Übelkeit oder Appetitverlust gemeldet - besonders bei hohen Dosen. Es verursacht keine Abhängigkeit und keine psychoaktiven Effekte.
Sollte ich CBD oder CBG morgens oder abends einnehmen?
CBD ist besser abends - es beruhigt und fördert den Schlaf. CBG wirkt eher anregend - deshalb ist es besser morgens oder mittags einzunehmen. Wenn du ein Produkt mit beiden kombinierst, nimm es morgens - dann profitierst du von der Stimmungshebung, ohne abends zu wach zu sein.
Was ist der nächste Schritt?
Wenn du dich für CBD entscheidest: Beginne mit 10-25 mg pro Tag. Wenn du CBG ausprobieren willst: Starte mit 5-10 mg. Beobachte deine Stimmung, deinen Schlaf und deine Energie - notiere es in einem Tagebuch. Nach vier Wochen kannst du eine fundierte Entscheidung treffen.
Es gibt keine perfekte Lösung. Aber wenn du dich für einen natürlichen Weg entscheidest, der deine Biologie unterstützt - und nicht nur deine Symptome verdeckt - dann ist CBD oder CBG eine der besten Optionen, die du heute hast.