Wusstest du, dass Absinth im 19. Jahrhundert als Lieblingsgetränk vieler Künstler und Schriftsteller galt? Die „Grüne Fee" wurde in der Schweiz erfunden, eroberte Frankreich und löste dort einen regelrechten Kult aus. Doch Legenden über Halluzinationen und Gefährlichkeit führten Anfang des 20. Jahrhunderts zu Verboten in vielen Ländern. Heute ist Absinth wieder legal und reguliert – Zeit, die echte Geschichte von Mythos zu trennen.
Absinth entstand Ende des 18. Jahrhunderts aus Heilkräutern, vor allem Wermut (Artemisia absinthium), Anis und Fenchel. Anfangs nutzte man ihn als Medizin gegen Magenleiden und Fieber. Im 19. Jahrhundert wurde Absinth populär in Frankreich, besonders in Paris: Maler, Dichter und Boheme tranken ihn in Cafés. Diese soziale Verbreitung machte das Getränk berühmt — und später zum Sündenbock für soziale Probleme.
Der wichtigste Mythos dreht sich um Thujon, ein Inhaltsstoff des Wermuts. Frühe Berichte behaupteten, Thujon verursache Halluzinationen und Gewalt. Das führte um 1900 zu Verboten in vielen Ländern. Aktuelle Tests zeigen jedoch: In traditionellen Absinthen ist Thujon nur in sehr geringen Mengen enthalten. Moderne Regulierungen (EU, USA) setzen klare Grenzwerte für Thujon, und viele heutige Marken sind sicher und qualitativ hergestellt.
Die Produktion hat sich kaum verändert: Destillation ist der Standard. Hochwertiger Absinth wird destilliert, nicht nur mit Farbstoffen versetzt. Das typische grünliche Aussehen kommt oft von Kräutern wie Melisse oder Minze, die nach der Destillation zugegeben werden.
Wie trinkt man Absinth richtig? Traditionell gießt man kaltes Wasser über einen Zuckerwürfel, der auf einer speziellen Absinth-Löffel liegt. Das Wasser löst Aromen und sorgt für den sogenannten "Louche"-Effekt: Die klare Spirituose wird milchig-trüb. Viele trinken ihn heute aber auch pur oder als Cocktail-Zutat. Wichtiger Hinweis: Absinth hat oft 45–75% Vol., also langsam trinken.
Wie erkennst du guten Absinth? Achte auf:
- Destillierte Herstellung statt reine Aromatisierung
- Klar ausgewiesene Zutaten (Wermut, Anis, Fenchel) und keine billigen Zusatzstoffe
- Angabe des Thujon-Gehalts oder Einhaltung gesetzlicher Limits
- Angemessene Alkoholstärke – hohe Prozentzahlen sind normal, aber Vorsicht ist geboten
Risiken: Die Hauptgefahr ist der Alkoholgehalt. Menschen mit Leberproblemen, Schwangere oder Personen, die Medikamente nehmen, sollten auf Absinth verzichten. Mische Absinth nicht mit anderen starken Substanzen und fahre nicht nach dem Konsum.
Kurz gesagt: Absinth hat eine aufregende Geschichte voller Kunst, Mythen und Panik. Heute kannst du ihn sicher genießen, wenn du auf Qualität, richtige Dosierung und gesetzliche Hinweise achtest. Wenn du neugierig bist, such dir eine gute, destillierte Marke und probiere die traditionelle Zubereitung ruhig einmal aus.
Als leidenschaftlicher Spirituosenblogger stelle ich mir oft die Frage, ob Wermut noch immer in Absinth vorhanden ist. In diesem Beitrag untersuchen wir die spannende Geschichte und die komplexen Inhaltsstoffe dieses mysteriösen Getränks. Wir klären auch auf, was die aktuellen Spirituosenrichtlinien über die Verwendung von Wermut in Absinth sagen. Letztendlich werde ich versuchen, diese brennende Frage ein für alle Mal zu beantworten.
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